Wohlfühlen im Herbst

von Astrid Eder

Mitten im Herbst muss ich erst einmal zur Ruhe kommen, um zu reflektieren. Die Hochbeete sind abgeerntet, die Roten Rüben ausgenommen, die Erde wurde schon mit Mist versetzt. Mich zieht es ob der Kälte und Dunkelheit ins Haus und die Wohnung, Spaziergänge an raren Sonnentagen und Wegstrecken mit dem Rad durch die Stadt helfen mir, das Immunsystem zu stärken. Jetzt ist es wichtig, sich immer wieder an Ich-Zeit für Ruhemomente zu erinnern.

 

In der TCM ist der Herbst die Zeit des kleinen Yin und dem Element Metall zugeordnet. Der Wetterbezug ist Trockenheit und die Farbe ist Weiß und Lunge sowie Dickdarm gehören ebenso zu diesem Element wie Nase, Haut, Schulter und oberer Rücken. Da die Haut unser größtes Atmungsorgan ist, sickern Kühle und Trockenheit auch über die Haut in uns ein. Die Nase läuft, der lästige Wind weht uns um die Ohren und wir ziehen die Schultern hoch, um uns zu schützen und warm zu halten. Und schon kämpfen wir mit herbstlichen Kälteverspannungen in Schultern, Nacken und oberen Rücken.

So ist der Herbst und so schlägt er sich im Körper nieder, wenn wir uns nicht ausreichend Zeit nehme, um für körperliches und geistiges Wohlbefinden zu sorgen.  Herbst ist auch die Zeit des Abschieds und so mit der Emotion Trauer verbunden.

Das Metallelement hält das Universum zusammen, gibt ihm seine Form und Struktur und kann daher auch als unterstützendes und erhaltendes Element gesehen werden. Es hilft die Lebenskraft zu stärken, indem wir uns wieder mehr nach innen zurückziehen. Denn die Qualität des kleinen Yin ist der Rückzug zur Bewahrung und Regeneration unserer Energien.

Der Elementargeist Po

In der TCM wird jeder Jahreszeit auch ein Elementargeist (der bestimmende geistige Zustand) zugeordnet. Im Herbst ist das Po. Er steht für Instinkt und für die Konzentration aufs Wesentliche. Wir sagen „einen guten Riecher haben“ und setzen so Nase und Instinkt in Verbindung.  Unseren Instinkt können wir entwickeln, wenn wir uns nicht zerstreuen (wie im Sommer), sondern Zeiten der Sammlung und Konzentration im Alltag fördern. Dass das gar nicht so einfach ist, können wir gut an uns selbst beobachten, was die aktuelle Zeit mit unserem Gemüt anstellt. Wie gut schaffen wir es, uns also abzugrenzen, zu sondieren, was wesentlich und wichtig für uns ist, und was wir gerade nicht in unserem Leben brauchen? Sinnbild dafür ist unsere Haut, die uns von der Umwelt abgrenzt und gleichzeitig so viel aufnimmt. Übrigens: Auch in der Qualität des Dickdarms steckt die Fähigkeit Gutes vom Schlechten zu trennen und loszulassen. Es macht also jetzt besonders viel Sinn dieses Organ zu stärken.

Das Metall-Chi hilft uns auch, unsere innere Wahrheit zu erkennen und nach ihr zu leben. Das bedeutet auch, dass wir mit der Kraft dieses Elements lernen können, anzunehmen, dass manche Umstände und Dinge nicht veränderbar sind. Wir lassen sozusagen los, was wir nicht ändern können und dieses Loslassen im Sinne der Achtsamkeitslehre meint einfach nur, es so sein lassen wie es ist.

Hier ein paar konkrete Tipps, wie du dein Metall-Chi im Herbst stärken kannst, um dich wohl in deiner Haut zu fühlen und deinen Körper und Geist gut zu umsorgen:

  • Spaziergänge im Freien zur Stärkung des Immunsystems, am besten im Wald
  • Kraftsuppen zubereiten, kalte Speisen meiden
  • Atem-Übungen, z.B. Pranayamas aus dem Yoga oder einfach nur singen
  • Pausen einlegen
  • Früh schlafen gehen
  • Sich viel im Freien aufhalten und Räume in der Heizperiode befeuchten
  • Yoga, speziell Yin Yoga
  • ein heimeliges Zuhause schaffen
  • Ordnung zu Hause schaffen (ausmisten, aufräumen, ordnen, strukturieren)

 

 

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