Wohlfühlen im Frühling: Rituale

von Astrid Eder

Obwohl uns die Maiwonne dieses Jahr im Stich gelassen hat, können wir die
Frühlingsenergien mit Ritualen um uns versammeln. Dieses Mal stell ich euch einige Achtsamkeitsrituale für den Morgen vor.

Yogis üben jeden Morgen entsprechend ihrer Sadhana, ihren spirituellen Praktiken, immer im selben Rhythmus eine Abfolge an Reinigungsübungen, Meditation, Asanas (Körperübungen), Pranayama (Atemübungen), Mantra-Rezitationen … Das hört sich nicht nur nach einem stundenlangem Üben an, das ist es in den meisten Fällen auch.

Mit oder ohne Lockdown – so viel Zeit haben wir eher nicht in unserem Alltag. Daher hier einige Inspirationen für frühlingshafte Rituale zur Reinigung, Atmung und Meditation auf allen Ebenen (Raum, Körper, Geist) und die Dauer kannst du einfach selbst bestimmen.

Kissen ausschütteln

Die Reinigung beginnt bei mir am Morgen mit der Klärung der Schlafenergie. Ich schüttle kräftig Kissen und Decke. Das bringt auch Teile des Körpers in Bewegung und fördert das Loslassen der passiven Energie der Nacht. Viele Menschen machen das als eine tägliche Routine ohne Bewusstsein, weshalb sie das tun. Allergiker nehmen vielleicht gar Abstand von dieser Praxis und wissen wieso. Meine Bewusstheit geht beim Kissenausschütteln auf die feinstofflichen Energien. Ich möchte das Schlafzimmer von alter abgestandener Energie befreien und frische Energie/Luft hereinlassen.

In der persischen Tradition gibt es zur Frühlingszeit ein Ritual, dem genau diese Motivation
zu Grunde liegt: Khane-tekani. Wörtlich übersetzt bedeutet das „Das Haus ausschütteln“. Na, dann los: Frühlingsputz oder zumindest das Kissen ausschütteln.
Die vollständige Inspiration findest du hier.

Dry brushing

Seit einigen Monaten ist das Trockenbürsten vom Gesicht Teil meiner Morgenrituale. Diese Zuwendung hilft der Haut, sich von abgestorbenen Partikeln zu befreien und ich stelle mir vor, wie sie auch gleich besser atmen kann. Nach dem Bürsten sieht die Haut nicht nur erfrischt aus, die Gesichtszüge sind jetzt weicher und das Lächeln fällt um einiges leichter. Beim Bürsten wird zudem das Nervensystem aktiviert und harmonisiert, denn die Nervenenden in der Haut nehmen diesen Sinnesreiz genauso wie Berührungen auf und leiten ihn ans Gehirn weiter.

Wenn du Zeit hast kannst du natürlich auch den ganzen Körper bürsten. Neben der Leber, der Niere, Darm und Lunge ist nämlich die Haut eines der wichtigsten Entgiftungsorgane des Körpers. Sie sorgt als größtes Organ für die Ausscheidung von Säuren und Giften und je freier sie von alten Schichten ist, desto effektiver kann sie arbeiten. Mehr dazu kannst du auch auf der Rituale-Seite von Mindful Melon lesen und beim Ausprobieren gibt es dazu auch ein paar Fragen, die dich anregen, dieses Ritual bewusster zu erleben.

Detox Mudra

Entgiften ist im Frühling ja in aller Munde. Wer weder Zeit noch Willen hat, Entlastungstage einzulegen, dem empfehle ich diese Handmudra auszuprobieren. Sie hilft bei Verunreinigungen aller Art (Ernährung, stressbedingte hormonolle „Vergiftungen“, Medikamente etc.) und klärt Körper und Gedanken. Dadurch ergibt sich auch wieder ein klarer und entspannter Geist. Einfach mit dem Daumen einen sanften Druck auf das seitliche Fingergrundgelenk des Ringfingers ausüben. Wenn du also drei Minuten Zeit hast, dann einfach diese Mudra einnehmen und den Atem ruhig fließen lassen. Nach dem Auflösen noch ein wenig nachspüren wie die Energie der
Finger und Hände in die Arme, die Schultern und vielleicht sogar in den Kopf und Brustkorb fließt.
Diese und weitere Mudras findest du auf der Pinkzebra Yoga Homepage unter der Rubrik „Good to know“.

Frühlingsmeditation

And finally … dem Zen-Spruch folgend: Ruhig dasitzen, nichts tun, der Frühling kommt, das Gras wächst von selbst – eine Meditation mit der Apan Mudra für die Frühlingsenergien von Geduld, Gelassenheit und Zuversicht. Dazu die Fingerspitzen von Daumen, Mittel- und Ringfinger aneinanderlegen, die anderen Finger wegstrecken. Mit Blick auf meine frisch ausgestreute Bienenwiese sitze ich jetzt gerne ein paar bewusste Momente in meinem Gärtnerinnendasein und warte ab, ob und welche Samen aufgehen. Wenn dir der Fersensitz zugänglich ist, dann harmonisiert diese Meditation auch den Leber- und Gallenblasenmeridian (sowie Magen und Milz).

Ich visualisiere das Wachstum der Pflanzen, Blumen und Bäume. Denn jetzt haben wir noch einen Blick dafür, wie Woche um Woche die Blätter an den Bäumen mehr werden und von einem sanften hellen Grünton in ein saftiges dunkleres Grün übergehen. Mit diesen inneren Bildern der Natur vor Augen erkenne ich die Samen/meine Bemühungen, die ich in den letzten Wochen und Monaten in meinem Leben gesät habe. Während dieser Atemzüge keimt auch die Erkenntnis, dass vorerst alles getan ist und jetzt gewartet werden muss. Alles braucht seine Zeit, bis es soweit ist und sich zeigt. Dieses Jahr anscheinend auch der Frühling selbst.
Die Anleitung zu dieser Meditation findest hier.

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