Knospen & wilde Kräuter

aus der CHI Printausgabe #1

Im Frühling, wenn die ersten Knospen und Kräuter sprießen, ist die perfekte Zeit, sich bei den jungen Sprösslingen mit einer Extraportion Pflanzenpower zu versorgen. Die Kräuterpädagogin Andrea Seisl
geht jetzt auf Knospenwanderung. „Knospen sind einfach Lebensenergie pur. Sie stecken voller Vitalkraft und schenken uns vor allem in der kalten Jahreszeit die nötigen Vitamine und Mineralstoffe.“

In der Gemmotherapie werden sogar Heilmittel aus frischen Knospen, Triebsprossen und Wurzelspitzen von Bäumen und Sträuchern eingesetzt. Sie werden im Frühling geerntet und in einer Mischung aus Glycerin und Alkohol mazeriert.

„Knospen und Sprossen bestehen aus embryonalem Gewebe in voller Entwicklung, in dem die Lebens- und Wachstumskräfte am stärksten ausgeprägt sind. Außerdem enthält das Embryonalgewebe viele aktive Wirkstoffe, die im weiteren jahreszeitlichen Wachstum der Pflanzen nicht mehr vorhanden sind“, erklärt Seisl. Jetzt sind alle Zellen der jungen Pflanzen auf Wachstum programmiert. So werden auch in unserem Körper
die lebendigen Prozesse gefördert. Schon in kleinen Mengen wirken Knospen und junge Wildkräuter regenerierend, entgiftend und harmonisierend.

Ahorn, Linde, Birke, Eiche, Esche, Fichte, Lärche, Sanddorn, Schwarzpappel, Tanne, Weide, Weißdorn oder auch Wildrose und Johannisbeere sind einige der bekanntesten Bäume der Gemmotherapie. Auch wenn der Holunder eine der wertvollsten Heilpflanzen ist, wird er nicht verwendet, da all seine Teile, außer den Blüten und den gekochten Beeren, giftig sind.

So wirken Knospen:

  • AHORN: fiebersenkend, abkühlend
  • APFEL: immunstärkend, gut gegen Kopfschmerzen
  • BIRKE: erneuernd, entgiftend
  • BUCHE, EICHE, WEIDE: entzündungshemmend
  • LÄRCHE: erweichend, erwärmend
  • LINDE: beruhigt die Schleimhäute, fiebersenkend
  • ROSSKASTANIE: venenstärkend, durchblutungsfördernd
  • SCHWARZPAPPEL: wundheilend
  • JOHANNISBEERE: immunstärkend
  • WILDROSE/HAGEBUTTE: immunstärkend, regenerierend

Rezepte

Das braucht Ihr:


2 Handvoll frischer Wildkräuter direkt von Garten oder Wiese.
Traditionell werden sechs oder neun verschiedene
Kräuter verwendet 1 mittelgroßer Erdäpfel, 2 Zehen
Knoblauch, 1 Ei pro Person, Salz und Pfeffer


Die gesammelten Wildkräuter waschen und in zirka 1 cm große Stücke schneiden.

Den Erdäpfel ebenfalls in kleine Stücke schneiden und mit den Kräutern in einen Kochtopf geben. Die Knoblauchzehen schälen, pressen und ebenfalls in den Topf geben. Alle Zutaten mit Wasser bedecken und so lange bei kleiner Hitze köcheln lassen, bis die Kartoffel weich ist.  Anschließend die Suppe mit dem Mixer oder Pürierstab pürieren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Suppe nochmals erwärmen, die Eier aus der Schale vorsichtig in die Suppe gleiten lassen, sodass der Dotter ganz bleibt.

Noch weitere vier Minuten auf dem Herd stehenlassen, damit die Eier beim Servieren kernweich gekocht sind.

In jedem Teller Suppe ein verlorenes Ei kredenzen.

Das braucht Ihr:


1 kleine Banane/ 1 Tasse Beeren, 1 kleiner Apfel/ 1 kleine Birne ½ Gurke, ½ Zitrone inkl. Schale und Kernen (natürlich vorher heiß waschen), 2 Handvoll Spinat oder Vogerlsalat, 2 Handvoll Wildkräuter – zum Beispiel Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchenblüten und -blätter, Giersch, Spitzwegerich, Veilchenblüten, junge Birkenblätter, Vogelmiere, ½ TL Kurkumapulver oder ca. 3 cm frische Kurkumawurzel, ¼ TL schwarzer Pfeffer (vervielfacht die Wirkung von Kurkuma), ca. ¾ l Wasser Optional: 1 cm frischer Ingwer und 1 TL Algenpulver (Chlorella oder Spirulina)


Alle Zutaten im Hochleistungsmixer zu einem cremigen Smoothie verarbeiten und diesen dann in kleinen Schlucken genießen. Sollte er zu dick geraten sein, einfach Wasser nach Belieben ergänzen.

Dieser Smoothie hilft, den Körper basisch zu machen. Er ist voller Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Mit den vielen Vitalstoffen lassen sich die leeren Speicher nach dem Winter wieder auffüllen und man schöpft neue Energie. Außerdem sorgen die Wildkräuter, Zitrone, Sellerie und Algenpulver dafür, dass sich der Körper von Giftstoffen befreit!

Das braucht Ihr:


ca. 600 g festkochende Kartoffeln gekocht (ev. auch vom Vortag), 4 große Radieschen, 1 EL Senf, 1 TL Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup, 3 EL Essig/Balsamico, 4 EL Sonnenblumen-, Raps-, Kürbiskern- oder Leinöl, Salz und Pfeffer, ev. 2 EL geröstete Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, 2 Hände voll Wildkräuter wie Giersch, Schafgarbe, Löwenzahnblätter, Gänseblümchen, Gundelrebe, Bärlauch, Hirtentäschel, Sauerampfer, Spitzwegerich, Vogelmiere, Ackerstiefmütterchen, Veilchen, junge Birkenblätter und zarte Himbeer-, Brombeer- oder Walderdbeerblätter und Fichtenwipferl machen sich gut im Salat


Die gekochten, ausgekühlten Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden. Radieschen waschen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Wildkräuter waschen, abtropfen lassen, einige Blüten als Deko zur Seite legen.

Für das Dressing alle Zutaten gut vermengen eventuell einen Schuss Wasser zugeben.

Die Wildkräuter grob schneiden und gemeinsam mit den Erdäpfeln, Radieschen und dem Dressing gut vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Salat anrichten, mit den restlichen Wildkräuterblüten dekorieren und den Sonnenblumen- oder Kürbiskernen bestreut servieren und genießen. Guten Appetit!

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