Winterzeit ist Tea-Time

aus CHI 04/20

Ob Schwarz, Grün, Weiß oder Rot: Winter ohne Tee geht gar nicht! Er zaubert gerade in der dunklen Jahreszeit ein lichtvolles Gefühl in die Seele und mahnt mit dem klassischen Zitat aus dem frühen 19. Jahrhundert zu Gelassenheit – „Abwarten und Tee trinken“.

 

Heutzutage ist die Palette an den unterschiedlichsten Teesorten schier endlos: Neben Kräuter-, Früchte- und Gewürztees, gibt es auch eine ganze Reihe von aromatisierten Tees und unterschiedlichen Teemischungen. Auch wenn sich das in unserem Sprachgebrauch so eingebürgert hat, unterscheiden Experten jedoch zwischen teeähnlichen Aufgrussgetränken und Tee, zu dem die klassischen Tees wie schwarzer, grüner, roter, gelber und weißer Tee sowie Matcha und Oolong zählen. Sie werden aus den Blättern der Teepflanze Camelia Sinensis gewonnen, nach ihren Anbaugebieten und vor allem nach der Weiterverarbeitung unterschieden.

Schwarzer Tee

Wer kennt sie nicht? Ceylon (Sri Lanka), Assam und Darjeeling (Indien) sind wohl die bekanntesten Anbaugebiete aus denen Schwarzer Tee in unterschiedlichen Geschmacksnuancen kommt. Nach der Ernte werden die Teeblätter gerollt, was die Oxidation einleitet. Sobald gewünschte Farbe und Aroma erreicht sind, werden die Teeblätter unter starker Hitze getrocknet, wodurch der Oxidationsprozess endet und die Eigenschaften erhalten bleiben.

Im Zuge der Oxidation entstehen sogenannte Theaflavine mit gesundheitsfördernden Effekten. Sie wirken antibakteriell und können den erhöhten Cholesterinspiegel senken. Antioxidantien binden freie Radikale, Polyphenole und Fluoride schützen vor Karies und Koffein hilft der Verdauung. Darüber hinaus enthält Schwarztee aber auch wichtige Vitamine und Spurenelemente wie etwa Vitamin B, Kalium und Mangan. Die Blätter der Teepflanze sind reich an Antioxidantien und Koffein (Teein). Anders als bei Kaffee dauert es ein Weilchen, bis die aktivierende Wirkung in die Gänge kommt, dafür hält sie länger an.

Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten! Denn der übermäßige Konsum von Teeblättern kann auch seine Tücken haben: Durch die Polyphenole kann die Eisenaufnahme gehemmt werden und auch die enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) und Koffein können ungünstige Auswirkungen auf den Körper haben. Oxalsäure kann etwa Nierensteine begünstigen.

Grüner Tee

wird in China schon seit Jahrtausenden kultiviert – sowohl als Pflanze wie auch als traditionelles Getränk. Auch bei Grüntee wird in große Sortenvielfalt aufgrund von verschiedenen Herstellungsverfahren unterschieden, wenngleich auch er grundsätzlich aus den Teeblättern der Teepflanze hergestellt wird.

Im Gegensatz zu Schwarztee lässt man die Teeblätter für Grünen Tee nicht oxidieren, sondern röstet sie unmittelbar nach Ernte, was die grüne Blattfarbe erhält.
Grüner Tee ist viel mehr als nur ein Genussmittel und wurde früher fast ausschließlich aus medizinischen Gründen getrunken. Mittlerweile gibt es unterschiedliche Studien, die belegen, wie gesund Grüner Tee ist. Die enthaltenen Catechine sorgen einerseits für den bitteren Geschmack, wirken aber andererseits positiv auf die Gesundheit. Seine Gerbstoffe beruhigen Magen und Darm. Neben den Vitaminen A, B, B12 und C enthält er auch Magnesium, Zink, Kupfer, Kalzium, Kalium sowie reichlich Koffein.

Grüner Tee unterstützt das Immunsystem und seine Antioxidantien helfen, gefährliche Radikale zu binden. In weiterer Folge wirkt Grüner Tee entzündungshemmend und kann laut einiger Studien sogar Bluthochdruck senken. Er soll auch heilungsfördernde Wirkung bei Zahnfleischerkrankungen haben und den Stoffwechsel anregen, weshalb er bei Abnehmwilligen so beliebt ist. Dazu kommt, dass der hohe Gehalt an Bitterstoffen den Appetit auf Süßes mindern soll.

Matcha

Im 6. Jahrhundert sollen chinesische Mönche Grünen Tee nach Japan gebracht und mit dem legendären Matcha die japanische Teezeremonie begründet haben. Matcha unterscheidet sich von konventionellem Grünen Tee durch die Herstellungsart: Schon vor der Ernte werden die Tee-pflanzen beschattet, um den Chlorophyll-Anteil zu erhöhen. Das ganze Teeblatt wird nicht geröstet, sondern erntefrisch unter Dampf erhitzt, getrocknet und feinst vermahlen. Wer Matcha genießt, trinkt also keinen Aufguss von Teeblättern, sondern das gesamte Teeblatt mit allen Inhaltsstoffen.

Für seine Zubereitung wird Matcha mit einem speziellen Bambusbesen mit heißem Wasser ausgiebig verrührt und dabei schaumig geschlagen. Das Pulver wird aber nicht nur als Tee genossen, sondern ist auch in Smoothie oder Latte beliebt.

 

Gelber Tee

Nur die süßen zarten Knospen und die jungen Teeblätter werden – von Hand geerntet – für diese Spezialität herangezogen, die früher nur dem Kaiser von China vorbehalten war. Kein Wunder also, dass die spezielle Herstellung lange Zeit ein wohlgehütetes Geheimnis war.

Die Besonderheit liegt in der leichten schonenden Oxidation, die dem Gelben Tee einerseits seine aromatische Komplexität verleiht, aber andererseits alle gesundheitlich wertvollen Inhaltsstoffe erhält. Der aufwändige Herstellungsprozess macht Gelben Tee zu einer kostspieligen Rarität, die traditionell in der chinesischen Teezermonie aus der Teekanne genossen wird.


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