Wie Liebe gelingt

Paarkonflikte, Familienstreits aber auch das Fehlen einer Partnerschaft und Einsamkeitsgefühle fallen nicht nur in der Vorweihnachtszeit besonders negativ ins Gewicht.

 

Sie sind Hauptauslöser für depressive Gestimmtheit, wie die Kremser Psychologin Romi Sedlacek weiß. Mit professionellem Coaching und Psychologie können sich Paare und Familien aber aus negativen Situationen befreien.

Einfaches Prinzip mit großer Wirkung: Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen

Langwährende glückliche Paarbeziehungen zeichnen sich dadurch aus, dass Geben und Nehmen ausgeglichen ist. Dabei geht es nicht um ein penibles Abrechnen, sondern um das „Gefühl“, das darüber bei den Beziehungspartnern herrscht. Gibt ein Partner ständig mehr, bauen sich unweigerlich Frust und Schuld auf und mit der Zeit sind ernste Beziehungsprobleme vorprogrammiert. Im Coaching geht es daher darum, ein vorhandenes Ungleichgewicht zur Sprache zu bringen und den Ausgleich wiederherzustellen, denn sehr oft wird Frust weggeschwiegen.

Mitunter kommt es auch vor, dass das, was einer gibt, nicht beachtet und geschätzt wird. „Das ist Gift für die Liebe“, so Sedlacek, „denn Nehmen ohne Dank wirkt ausgesprochen zerstörerisch“. Aber auch wenn ein Partner das, was der andere gerne geben will, leichtfertig zurückweist, baut sich Frust auf.

Warum Rache wirklich süß ist

Die Ausgleichsregel zwischen Geben und Nehmen gilt auch im Negativen. Wenn etwa ein Partner durch den anderen etwas erlitten hat, dann „darf“ derjenige ganz offiziell auch einen Fehler begehen. So gesehen stimmt der Satz: „Rache ist süß“. „Schnelles Verzeihen funktioniert hingegen meistens gar nicht“, weiß Sedlacek. Beim Ausgleich im Negativen geht es aber nicht um das archaische Auge um Auge, Zahn um Zahn–Prinzip, sondern darum, dass der Verursacher für ein geschaffenes Leid die Verantwortung übernimmt, und dass der andere wohlwollend etwas weniger zurückgibt, als eingesteckt wurde. So kann sich das Gute, Konstruktive wieder behaupten und man startet als Paar neu.

Gleichheit ist eine Illusion, die Probleme schafft

Die gute Paarbeziehung basiert auf Ebenbürtigkeit. Diese wird nicht selten mit Gleichheit verwechselt, was dazu führt, dass an den anderen unmögliche Ansprüche gestellt werden. Männer und Frauen ticken gänzlich verschieden, wie das schon Kabarettist und Therapeut Bernhard Ludwig in seinem Seminarkabarett „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“ grandios herausgearbeitet hat. Manchmal genügt bereits die Anerkennung dieser Verschiedenartigkeit, damit Paare wieder streitfrei miteinander reden können und sich gegenseitig besser verstehen, weil sie diese Andersartigkeit anerkennen. Humor hilft dabei wie so oft zusätzlich.

Schwierige Familien: in Frieden mit seiner Herkunft sein

In eine Familie wird man hineingeboren und die Zugehörigkeit zu dieser Familie, sei sie auch noch so schwierig, ist eine grundsätzliche Kraft, der man sich nicht entziehen kann. Für das eigene Leben ist es daher wichtig, dieser Zugehörigkeit zuzustimmen, schließlich wäre man ohne diese spezielle Familie nicht da. Altlasten in Form von Vorwürfen, Forderungen, Opferrollen können mit gutem Coaching professionell bereinigt werden. „Ich erlebe es in meiner Praxis nicht selten“, so die Psychologin, „dass aus schwierigen Ausgangspositionen im Laufe des Lebens besondere Gaben und Stärken erwachsen, wenn man in Frieden mit seiner Herkunft ist“.

Patchwork-Familien: Meisterschaft in der Kunst des Miteinander

„Werden Kinder aus vorangegangenen Beziehungen in eine neue Paarbeziehung mitgebracht, ist diese neue Familie vor große Herausforderungen gestellt“, weiß Sedlacek. Schließlich sind auch die jeweiligen Elternteile sowie Großeltern, Tanten und Onkel immer irgendwie mit auf der Bühne.

Ernste Probleme entstehen nach Erfahrung der Psychologin dann, wenn die vorangegangene Beziehung verdrängt wird, und der neue Partner/die neue Partnerin den Platz des eigentlichen Elternteils einnimmt. Wichtig ist daher, dass die frühere Beziehung ihren Platz haben darf und Papa oder Mama als Elternteil unangefochten anerkannt bleiben.

Dabei geht es nicht um ein Schönreden oder gar um ein Wiederbeleben der Altbeziehung, die ja vielleicht schwierig geendet hat, sondern um einen inneren Prozess, der nach außen eine gute Wirkung entfaltet. Manchmal ist das einzig Gute aus einer Beziehung das Kind. Dafür dem oder der Ex zu danken, schafft Frieden und ist auch für Kinder wichtig.

Konsequent den Köcher leeren: Giftpfeile ein für allemal entsorgen

Negative Paarbeziehungsmuster zeichnen sich auch dadurch aus, dass „alte Geschichten“ immer wieder neu aufgewärmt werden. Wenn im Coaching der Ausgleich zwischen Geben und Nehmen thematisiert und hergestellt worden ist, geht es weiter darum, eine Übereinkunft zu treffen, wie zerstörerische Automatismen sofort, wenn sie auftreten, gestoppt werden. „Hier hält die moderne Psychologie wirkungsvolle und sofort anwendbare Tipps parat“, verrät Sedlacek und bezieht sich dabei vor allem auf die Erfolgsmethode der Universität Zürich, das Zürcher Ressourcen Modell.

Gilt nicht nur für Singles auf Partnersuche: Abschied von Idealvorstellungen und Verbindlichkeit
Internet-Partnerbörsen und organisierte Singletreffs boomen, gesucht wird nach dem idealen Partner. Online-Plattformen scheinen es auf den ersten Blick durch das große Angebot zu erleichtern, jemanden für eine Beziehung zu finden.

Sie begünstigen aber die Illusion, dass es immer noch jemand Besseren gibt und fördern daher Beliebigkeit: Man klickt schnell ein Profil weg und scrollt weiter zum nächsten. Den Wunsch nach Superman und der Überdrüber-Traumfrau muss man daher aufgeben: ein guter Partner, eine gute Partnerin genügt, vorausgesetzt, dass man sich selber auf einen gemeinsamen Weg mit allen Auf und Ab’s verbindlich einlassen will.


Gastartikel von Mag. Romi Sedlacek, www.lebensthemen.at
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