Sommersonnenwende

aus der CHI-Printausgabe 02/20

Am 20. Juni ist Sommersonnenwende. Und damit der längste Tag des Jahres. Ein Tag, an dem schon seit Tausenden von Jahren gefeiert wird und ein Brauch aus alten Kulturen, der es bis ins heutige Österreich geschafft hat.

Sommersonnenwende wird in vielen Ländern Europas, aber auch in den USA gefeiert. In den nördlichen Ländern Europas feiert man Midsommar, in Australien wird hingegen mit dem „Dark Mofo Winter Festival” natürlich der kürzeste Tag des Jahres gefeiert. Das größte Sommersonnwendfest Europas findet jährlich in Stonehenge statt.

Der Brauch geht hauptsächlich auf germanische, nordische, baltische und keltische Völker zurück, die an diesem sagenumwobenen mystischen Höhepunkt des Jahres nicht nur der Fruchtbarkeit und der Vereinigung von Göttin und Gott huldigten. Zur Abwehr von Hexen und Geistern, die in dieser Nacht ihr Unwesen treiben sollten, wurden große Feuer entzündet.

Sonnenwendepunkte stehen stets auch für den Rhytmus von Sterben und Werden. Schließlich werden nach dem längsten Tag im Jahr die Tage wieder kürzer und es geht langsam in Richtung der dunklen Jahreszeit. Früher wie heute erfreuen wir uns deshalb jetzt so unbeschwert und voller Lebenslust, auch über die fruchtbare Erde und die bevorstehende Ernte. Doch dies gilt nicht nur für die Landwirtschaft. Auch wir können die Sonnenwende für uns nützen, um uns ganz bewusst für all das Gute zu bedanken, dass uns bisher zuteil wurde, wir können uns bewusst machen, was wir bereits ernten durften, überall dort, wo wir in unserem Leben Samen gesät haben. Dem Feuer können wir Altes zur Transformation übergeben, und um Segen für neue Pläne, Vorhaben und Projekte bitten.

Ritualtipp zur Sommersonnenwende

Da heuer viele Feiern abgesagt wurden, rät Claudia Weissenböck, die Sonnenwende daheim zu zelebrieren:

Nütze die Tage rund um den 20./21. Juni ganz besonders zum Reflektieren der ersten Jahreshälfte, etwa mit folgenden Fragen: „Wie sieht es mit der Fülle und der Vielfalt in meinem Leben aus? Was ist schon vollkommen erblüht? Was darf im Außen noch sichtbarer werden? Wofür brenne ich wirklich? Was möchte ich jetzt feiern?“ Aber auch: „Gibt es da noch etwas, das mich daran hindert, vollkommen zu erblühen? Welche Schritte kann ich jetzt tun, um noch mehr Fülle/Vielfalt/Freude/Liebe zu erleben?“

Lege Blumen, Kräuter und eine Gabe für die Natur rund um die Feuerstelle als Einstimmung des Abends, bevor du ein Feuer entzündest. Genieße die meditative Stimmung, während du den lodernden Flammen zusiehst, und übergib dem Feuer all das, was nicht mehr stimmig für dich ist, was du loslassen möchtest. Bedanke dich für all die schönen Momente, Begegnungen, Erlebnisse der ersten Jahreshälfte, segne die nächsten Schritte, die nun in der zweiten Hälfte des Jahres getan werden wollen. Feiere den Beginn der zweiten Jahreshälfte und damit den immerwährenden Zyklus des Lebens mit allen Sinnen!

Räuchertipp zur Sonnenwende

Rund um die Sommersonnenwende darf bei Räucher-Expertin Angela Binder Johanniskraut beim Räuchern nicht fehlen. Weitere passende Kräuter sind beispielsweise Angelikawurzel, Quendel, Dost, Melisse, Alant, Beifuß und Spitzwegerich.
Harz-Tipp zur Sommersonnenwende: Copal hell

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