Schnupfen: diese Hausmittel helfen

von Eunike Grahofer

Winterzeit ist Schnupfenzeit, möchte man meinen. Vor allem die Übergangszeit vom Herbst in den Winter kommt häufig mit dem typischen Erkältungsschnupfen, einer Entzündung der Nasenschleimhaut, einher. Die renommierte Kräuterpädagogin und Autorin, Eunike Grahofer, verrät fünf Hausmittel aus der Volksheilkunde.

Ein Schnupfen ist nichts Schlimmes! Er ist lediglich ein Selbstschutzmechanismus des biologischen Meisterwerkes – unseres Körpers! Die kleinen Nasenhärchen halten unsere Nase wie Besen von Umweltstoffen, Viren, Bakterien und Pilzen sauber. Sind sie selbst zu schwach, dann hüllen sie diese Fremdstoffe in Körperschleim ein, damit sie so rascher aus dem Körper befördert werden. Weil diese Härchen durch Klimaanlagen, sehr trockene Luft oder Kälte manchmal nicht so beweglich sind, wie es gerade notwendig wäre, nützen Viren und Bakterien ihre Chance und schon haben wir eine Infektion der Nasenschleimhaut.

Auf diese Entzündung reagiert unser „Körper-Reparatursystem“ mit einer Erweiterung der Blutgefäße, er bildet sozusagen eine Schwellung, und macht die Gefäße durchlässiger für Flüssigkeiten. Die Fremdkörper werden örtlich abgegrenzt und mit Schleim geflutet. Hilft das nicht, produziert der Körper einen dickflüssigeren Schleim, um die Fremdkörper in Form einer Art „Murenabgangs“ aus dem Nasenraum zu transportieren. Hat der Körper nicht genug Kraft die Eindringlinge zu entsorgen, können wir unter Halskratzen und Halsschmerzen leiden.

Für Schnupfen finden sich viele verschiedene Anwendungen in der Volksheilkunde. Die wirksamsten Hausmittel gegen Erkältungsschnupfen stellt Eunike Grahofer hier vor.

Die fünf besten Hausmittel gegen Schnupfen

Hausmittel 1: Zapfenharzölsalbe

Zutaten: 1 harzender grüner Fichtenzapfen,100 ml kaltgepresstes Speiseöl, 5 g Bienenwachs

Den harzigen grünen Zapfen in ein verschließbares Glas geben, mit Öl aufgießen und 4 Wochen stehen lassen. Danach abseihen, in einem Topf am Herd leicht erwärmen und das Bienenwachs zugeben. Sobald dieses geschmolzen ist, rasch in Tiegel füllen und fertig ist die Zapfenharzölsalbe als Hausmittel gegen Schnupfen.

Wirkung: Das Harz der Zapfen wirkt desinfizierend bei Schnupfen, Erkältungskrankheiten, Husten, Halsschmerzen, lindernd bei verschiedensten Schmerzen wie Rücken-, Gelenksschmerzen oder Gicht und wirkt beruhigend bei Einschlafproblemen. Massieren Sie die Salbe auf die betroffenen Körperstellen.

Bei Erkältungen im Hals-/Lungenbereich und bei Kieferhöhlenentzündung wird die Salbe auf die Kieferhöhlen aufgetragen, bei Schlafproblemen auf Herzhöhe und bei Gelenks- und Rückenproblemen direkt auf die schmerzenden Körperstelle.

Foto: thbock62/AdobeStock

Hausmittel 2: Wacholderbeeren kauen

Zutaten: 1 Wacholderbeere

Bei Schnupfen oder Erkältungen täglich 1 – 2 (reife, also dunkelbraune) Wacholderbeeren langsam im Mund zerkauen.

Wirkung: Wacholderbeeren haben eine entspannende, entkrampfende, wärmende und antibakterielle Wirkung.

Foto: Michelle/AdobeStock

Hausmittel 3: Krenkette 

Zutaten: 1 Schnur, 1 Krenwurzel

Zubereitung: Je nach Belieben schneidet man mit einem Messer eine oder mehrere Scheiben mit 0,5 – 1 cm Durchmesser von der Krenwurzel herunter. Man macht in der Mitte der Wurzelscheiben ein kleines Loch und fädelt die Schnur durch dieses Loch. Bei mehreren Scheiben wird eine Scheibe nach der anderen aufgefädelt.

Dann wird die Krenwurzelkette um den Hals gehängt. Bei Halsbeschwerden eher im oberen Halsbereich, bei Erkältung und Schnupfen, die auch die Lunge betreffen, so, dass sich die Krenscheiben in Höhe der Lunge befinden.

Wirkung: Kren hat kräftige desinfizierende Inhaltsstoffe, die unsere Zellwände durchdringen können. Das bedeutet, wir müssen ihn nicht essen, um seine Wirkung zu erfahren.

Foto: zia_shusha/AdobeStock

Hausmittel 5: Krenwurzelzwicker gegen verstopfte Nase

Zutaten: 1 Krenwurzel

Man schneidet eine 0,5 bis 1 cm dicke Scheibe der Krenwurzel herunter, schneidet sie von der Mitte der Scheibe ausgehend bis zum Rand einmal ein. Nun kann man die Wurzel auf die Nasenspitze „zwicken“.

Wirkung: Ihre stark desinfizierenden Inhaltsstoffe dringen über die Nase in ihr Inneres ein, werden eingeatmet, so wird die Nase schnell wieder frei. Dies bei Bedarf mehrmals wiederholen. An der Nasenspitze befestigt, ist der Abstand zu den Augen auch groß genug, damit die Schärfe den Augen nichts anhaben kann!

Foto: zia_shusha/AdobeStock

Hausmittel 4: Heublumen

Zutaten: 3 Teelöffel Heublumen, 1 Teesack oder ein Leinentuch, Wasser

Die Heublumen in einen großen Teesack oder ein Leinentuch geben, ins kochende Wasser geben, 10 Minuten ziehen lassen, danach im Hals und Brustbereich als Umschlag verwenden.

Das Kochwasser kann zum Baden verwendet werden, man kann auch mit den Heublumen wirksam inhalieren. Dazu gibt man die Heublumen in einen Topf mit Wasser, bringt es zum Kochen. Dann den Kopf darüber halten, ein Handtuch über den Kopf hängen, damit so wenig Dampf wie möglich entweicht, und den Heublumenwasserdampf so warm wie möglich einatmen.

Wirkung: Heublumen werden auch Grasblüten genannt. Sie sind ein Gemisch aus Blütenteilen, kleineren Blatt- und Stängelstücken und den Samen verschiedener Wiesenblumen und Gräser. Beim Welken wird Cumarin abgespalten, eine kampferähnliche kreislaufanregende natürliche Substanz. Weitere Wirkstoffe sind ätherische Öle, Gerbstoffe, Pflanzensäure, Kieselsäure und Flavonoide.

Heublumen wirken schmerzstillend, nervenberuhigend sowie krampflösend. Außerdem fördern sie die Durchblutung und haben entzündungshemmende Wirkung. Aufgrund dieser Eigenschaften der Heublume spricht man oft auch vom „Morphium der Naturheilkunde“.

Sie unterstützen bei grippalen Infekten, steigern die Abwehrkräfte, wirken bei chronischen Hautleiden, Nierenbeschwerden, Magen- und Darmbeschwerden, rheumatische Beschwerden, Wechseljahrbeschwerden, Muskelkrämpfe. Sie wirken beruhigend und schmerzlindernd.

Foto: PhotoSG/AdobeStock
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