Gerda im Hanfland

Pionierarbeit für eine alte Kulturpflanze

Das Leben als Pionier ist beileibe nicht einfach – Vorbilder fehlen an allen Ecken und Enden. Es ist wie eine mühsame Reise durch unwegsamen Dschungel, in dem man sich seinen Weg erst suchen muss. Findet man ihn, macht es dann aber besonders stolz. Und glücklich.

 

Die Ernährungswissenschaftlerin Gerda Steinfellner und zwei ambitionierte Bio-Landwirte – Günther Schmid und Anton Hagenauer – haben sich mit Hanfland der Wiederbelebung einer jahrtausendealten Kulturpflanze verschworen: Seit 2005 beschäftigt sich Gerda intensiv mit dem Anbau von Nutzhanf, motiviert auch andere Landwirte dazu, verbreitet ihr üppiges Wissen rund um die pflegeleichte Kulturpflanze und produziert mittlerweile eine breite Palette an Hanfprodukten.

Haben Sie auch was zu rauchen?

Eine Frage, die Gerda Steinfellner mit den Jahren immer seltener zu hören bekommt. Denn langsam spricht es sich herum, dass THC-armer Lebensmittelhanf nicht für fröhliche Rauschzustände zuständig ist. Der hat nämlich ganz andere Eigenschaften und tun unserer Gesundheit ganz besonders gut. Doch bis dahin war es ein langer Weg, denn das Kiffer-Image von Hanf haftete ihm hartnäckig an. Anfangs trauten sich nur die besonders Mutigen über Hanföl & Co.

Auch hier blickt die Weinviertlerin auf viele wegbereitende Jahre zurück, in denen sie kaum eine Gelegenheit verpasste, auf Messen, Adventmärkten und  Genussfesten auf die Vorzüge ihrer Bio-Hanfprodukte hinzuweisen.

 

In guten Jahren kann die Hanfpflanze schon mal um die drei Meter hoch wachsen

Was ist denn nun so speziell an Hanf?

In der Landwirtschaft ist der tiefwurzelnde Hanf ein guter Bodenaufbereiter und eignet sich sehr gut als Vorfrucht für Getreide und Hackfrüchte. Mittlerweile ist die Nachfrage an Hanf weltweit gestiegen, sodass sich der Anbau durchaus lohnt. „Die Hanfsamen, die wir weiterverarbeiten, stammen vorwiegend aus Niederösterreich und dem Burgenland, wo wir selbst, aber auch viele Vertragsbauern, Hanf kultivieren“, erzählt Gerda Steinfellner. „Wir kennen alle Landwirte persönlich, begleiten also unsere Hanfsamen von der Aussaat bis zum Abpacken der fertigen Produkte. Das macht unseren österreichischen Bio-Hanf schon zu etwas Besonderem.“

Gerade in Zeiten von Superfoods aus aller Herren Länder ist Bio-Hanf aus Österreich sehr gefragt: Kurze Wege von der Ernte zur Verarbeitung in der Produktion in Heidenreichstein, sorgfältige händische Verpackung und natürlich der kontrolliert biologische Anbau sind Werte, die Hanfland-Kunden besonder schätzen. Wenn sie dann auf dem Adventmarkt oder der Bio-Messe direkt mit den Chefleuten sprechen, wächst das Vertrauen erfreulich weiter.

 

Hanfsamen werden sorgfältig geschält, damit sie ihre hochwertigen Inhaltsstoffe bis in unsere Teller bewahren

Und wieso ist Hanf so gesund?

Aus den Samen der Hanfpflanze (biol. Cannabis sativa) werden gleich einige Produkte gewonnen: Samen zum Knabbern, Hanföl, Hanfmehl, Hanfprotein und vieles mehr. Hanfsamen gehören zweifelsfrei zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Ölfrüchten. Die Ernährungswissenschaft hat den hohen Wert der Hanfsamen erst in den letzten Jahren entdeckt und feiert Hanf heute als besonders gesundheitsfördernde Pflanze!

Im Vordergrund steht dabei der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und Gamma Linolensäure, die für zahlreiche Hormone, zur Zellerneuerung und für das Immunsystems wichtig sind. Beeindruckend ist aber auch der von Natur aus hohe Eiweißgehalt, der besonders beim Hanfproteinpulver beeindruckt (bis zu 64 %!). Wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium und Vitamine machen Hanf zum inländischen Powerfood Nummer 1.

Hanföl wird mittlerweile in unterschiedlichster Form angeboten: Für jeden Geschmack ist da etwas dabei

In den letzten Jahren haben sich aber auch Hanf-Naturkosmetik und CBD-Produkte eine große Anhängerschaft gemacht. Jedenfalls bis zum Frühjahr 2019, als plötzlich per Erlass CBD aus den Regalen des Landes gedrängt wurde. Da machte es fast den Anschein, als ereilte die Hanfpflanze schon wieder dasselbe Schicksal wie bereits einmal Mitte des 19. Jahrhunderts.

Doch Hanf-Experten wie Gerda Steinfellner und Günther Schmid setzen sich weiter vehement dafür ein, dass Lebensmittelhanf nicht wieder verteufelt wird, und uns als Top-Lebensmittel in vielerlei Form auch weiterhin für unsere Gesundheit zur Verfügung steht.

Alle Infos zu Hanf, Hanfanbau und Hanfprodukten gibt’s auf www.hanfland.at und bei den Hanfpionieren persönlich.

erzählt von Lilly Dippold | Fotos: Hanfland.at
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