Ein bewussteres Leben …

von Wolfgang Lugmayr

40 % der veränderungswilligen Menschen in Österreich (immerhin sind das 35 % der Gesamtbevölkerung) möchten laut einer aktuellen IMAS-Umfrage 2021 ein „bewussteres Leben“ führen, allerdings ohne, dass dieses Leben klar definiert wird.

 

Begeben wir uns für diese Definition – und deren Folgen – an die Quelle: Mit der Frage „Was ist ein gutes Leben?” beschäftigen sich Philosophen seit der Antike und mit Sicherheit auch schon die Menschen davor – allerdings ohne es niederzuschreiben (angetrieben von der uns innewohnenden Neugier und Sehnsucht nach Wohlbefinden). Es gibt seither zwar zahlreiche Theorien dazu, doch weder Formeln noch Rezepte, die den Praxistests im „wahren Leben“ standgehalten hätten.

Wirklich erreicht hat ein solch „gutes“ Leben also offensichtlich noch niemand, auch weil es seit jeher kaum in seiner Ganzheit gesehen wird, obgleich schon der griechische Philosoph Platon (ca. 428 – 347 v. Chr.) auf diese Möglichkeit hingewiesen hat.

Mit dieser Ganzheit – gemeint ist, den Menschen auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene als Ganzes zu begreifen – sind wird automatisch beim bei Begriff Bewusstheit angelangt, denn Ganzheit ist – das stelle ich jetzt so in den Raum – untrennbar mit Bewusstheit verbunden.

Bewusstsein vs. Bewusstheit

Bewusstheit steht für das bewusste Sein (Bewusstsein), konkret das Sein mit allen Sinnen – hören, sehen, riechen, schmecken, spüren – und zwar am besten gleichzeitig.

Auch wenn es Platon und Konsorten bereits geahnt haben, vielleicht damit sogar schon unmittelbar in Berührung gekommen sind, kommt dieser Ansatz wohl eher aus östlicheren (und älteren) Philosophien, die das Leben grundsätzlich vom „Inneren ausgehend” betrachten, also ausgehend von dem, was wir Seele und Geist nennen.

Nur, damit kann der westliche Verstand aus den verschiedensten Gründen (die den Rahmen dieses Beitrags sprengen würden) so gar nichts anfangen, denn „was man nicht angreifen kann, existiert ja auch nicht”.

… schreibt im Übrigen gerade jemand, der zwecks Recherchen über WLAN mit dem Internet verbunden ist, im Bewusstsein, dass weder WLAN noch Internet wirklich greifbar sind.

Erlaube mir an dieser Stelle noch eine wichtige Anmerkung: um die Begriffe Bewusstheit und Bewusstsein nicht zu vermengen, möchte ich darauf hinweisen, dass die Bewusstheit nichts anderes als das Werkzeug des Bewusstseins ist! Ergo: Bewusstsein lenkt Bewusstheit.

Bewusstheit vs. Achtsamkeit

Nachdem wir uns offensichtlich an das gute Leben noch nicht herantrauen, versuchen wir es nun mit einem bewussteren Leben. Mir soll es als Achtsamkeitslehrer recht sein, diese Aufgabe ist herausfordernd genug. Das Ziel ist es ja am Ende des Tages durchaus wert, erreicht zu werden … in aller Achtsamkeit.

Womit wir beim Modewort des 21. Jahrhunderts angelangt sind: Achtsamkeit. Im englischen Original als mindfulness bezeichnet, ein Wort, das bis vor etwa dreißig Jahren mit „auf etwas bedacht sein“, „aufmerksam seinübersetzt wurde. Mind steht übrigens für Verstand, Geist, Sinn, Psyche, Denkweise und Seele … wie praktisch. Die englische Sprache ist doch etwas geradliniger.

Lass mich dir an dieser Stelle ein Geheimnis verraten, womit es dann keines mehr ist (Zweck erfüllt): Achtsamkeit ist eigentlich auch nichts anderes als Bewusstheit. Der Begriff scheint aber einfach massen- und marketingtauglicher zu sein und nimmt auch eine Menge Druck von einem Leben, dass es mit allen Sinnen (zur Erinnerung: und das am besten gleichzeitig) zu leben gilt.

Ein bewusstes Leben – ein Ansatz

Fassen wir zusammen: Ein bewusstes Leben ist ein Leben verbunden mit all unseren Sinnen, gleichzeitig, JETZT (nicht morgen, auch nicht übermorgen) und – ich lege noch eines drauf – ebenso bewusst verbunden mit unserer Umwelt, der Natur und den Mitmenschen.

Ist es nun wirklich das, was die Menschen in der IMAS-Umfrage mit einem „bewussteren Leben“ in Verbindung gebracht haben?

Ich gebe dazu mal eine klare Antwort, aus eigener Erfahrung, aus meinem Sein und Tun heraus: Nein!

Viele von uns denken bei einem bewussteren Leben doch vielmehr an das Verwenden von Papier- statt Plastiksäcken, den Ankauf eines Elektroautos, regelmäßige Yoga- oder Meditationspraxis, mehr Freizeit oder gesündere Ernährung. Ja, das alles sind kleine Mosaiksteinchen. Doch sind wir hier von der „platonischen“ Ganzheit noch immer weit entfernt.

Es gilt sich Schritt für Schritt anzunähern, sich langsam und mit viel Übung an echte und damit ganzheitliche Bewusstheit heranzutasten und damit an ein gutes Leben, eigentlich unser Grundrecht als Menschen. Welch ein hehres, großartiges Ziel das doch ist!

Was kann ich dazu beitragen?

Ich bin Tag für Tag beruflich und persönlich mit dem Thema Bewusstes Leben beschäftigt und habe es mir nun für 2021 BEWUSST an die Fahnen geheftet, mit meiner Lebensquellen-Agenda, die da lautet: Ein bewussteres Leben – in aller Achtsamkeit.

Der Begriff „Agenda“ kommt übrigens aus dem Lateinischen und heißt grob übersetzt: „Das zu Tuende“. Also tue ich! Ich konzentriere mich dabei auf Teilbereiche, in denen ich in meinem Leben die meisten Erfahrungen gesammelt habe und lege den Achtsamkeits- bzw. Bewusstheitsgedanken darüber: das achtsame Schreiben, die achtsame Informationstechnologie, die Naturvermittlung, das Bardentum (abseits von Troubadix, dem Barden aus Asterix) und die Meditation.

Ich kann dabei unterstützen, Antworten auf vielfältige Fragen wie diese zu finden:

  • Welche Apps kann ich auf meinem Smartphone verwenden, ohne mich um die Sicherheit meiner Daten sorgen zu müssen und wie setze ich sie am besten ein?
  • Wie finde ich die richtigen Worte für einen Text und wie drücke ich mich aus?
  • Wie halte ich meine Neujahrsvorsätze auch wirklich ein?
  • Ich möchte gerne einen Baum umarmen, doch was bringt mir das und welche Baumart soll es sein?
  • Ich möchte einen neuen Job. Wie finde ich den Mut, den alten Job zu kündigen?
  • Welche Meditationspraxis ist ideal für mich?
  • Wie schütze ich mich vor „schlechten“ Nachrichten, z.B. in sozialen Netzwerken?
  • Was kann denn mein Beitrag zu einem „bewussteren Leben sein“
  • Und überhaupt: Was ist der Sinn meines Lebens?

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint, all diesen Fragen und den Antworten wohnt ein gemeinsamer Achtsamkeits- oder besser Bewusstheitsgedanke inne. Dieser Gedanke ist das Bindeglied zwischen all diesen Teilbereichen. Im Rahmen meiner Agenda biete ich noch viel mehr an – auf meiner Website findest du alle Informationen dazu.

 

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