Brainchanging is gamechanching

5 Tipps, wie die Vorsätze diesmal wahr werden können

Der Jahreswechsel ist ein traditioneller Zeitpunkt für neue Vorsätze. In neun von zehn Fällen sind diese aber zum Scheitern verurteilt. Wie es doch gelingt, weiß Bestsellerautor und Neurobiologe Dr. Marcus Täuber.

 

Wer kennt das nicht: Die Aufbruchsstimmung zum Jahresbeginn ist schließlich der perfekte Zeitpunkt, die 365 leeren Seiten des Jahres mit all dem zu füllen, was wir uns schon lange vornehmen: zum Rauchen aufhören, gesündere Ernährung auf den Tisch zaubern, regelmäßig zu meditieren und mehr Sport zu machen. Doch kaum hat sich das Hamsterrad in Bewegung gesetzt, gelingt es nur noch selten, diesen Vorsätzen auch Taten folgen zu lassen.

Dr. Marcus Täuber, Hirnforscher und Leiter des Instituts für mentale Erfolgsstrategien, ortet den Grund dafür in unserem Gehirn. Der Bestsellerautor („Gedanken als Medizin“),  gibt fünf Tipps, wie wir Gewohnheiten hirngerecht ändern können.

Druck vermeiden!

„Das Gehirn tickt anders, als wir glauben. Unser Wille kann sehr schnell nach hinten losgehen“, so Täuber. Denn wer sich zu sehr unter Druck setzt, begünstigt den Rückfall. Das zeigt auch eine Studie aus den USA: Frauen, die trotz Diät naschen und dabei Schuldgefühle entwickeln, neigen eher zu weiteren Rückschlägen als Frauen, die sich das Nasch-Hoppala verzeihen können.1

Mental kontrastieren!

Studien der deutschen Psychologin Gabriele Oettingen belegen, dass reines positives Denken in die Falle führt.2 Besser: Mental kontrastieren. Das bedeutet, sich nicht nur das Ziel, wie beispielsweise die Wunschfigur, vorstellen, sondern auch die Widerstände auf dem Weg dorthin. Und im Kopf eine Lösung basteln, wie wir diese Hindernisse erfolgreich umschiffen.

Wenn-dann-Verknüpfungen!

Gewohnheiten werden durch Reize ausgelöst. So greifen beispielsweise viele Menschen zum Glimmstängel, wenn sie gestresst sind. Sogenannte Wenn-dann-Verknüpfungen helfen, das Gehirn neu zu programmieren. So können wir uns zum Beispiel vorstellen, dass wir in Stresssituationen Atemübungen machen. Diese neue Konditionierung ersetzt mit der Zeit das alte Muster.3

Schritt für Schritt!

Was passiert, wenn wir unsportlich sind und hochmotiviert gleich mal mit einem Dauerlauf von fünf Kilometern starten? Wir empfinden es als zu anstrengend, kriegen Seitenstechen und verlieren rasch die Lust. Besser: Übertreib es nicht mit dem neuen Verhalten: langsam starten, langsam steigern. So schleichen sich neue Gewohnheiten Schritt für Schritt ins Gehirn.3

Rhythmus ist Macht!

Wer regelmäßig Sport treiben möchte, sollte auf die Macht der Rhythmik setzen. Also besser Montag, Mittwoch und Freitag um 18 Uhr laufen gehen, statt zu unterschiedlichen Zeiten. Gewohnheiten sind gespeicherte Rituale.3


Buchtipp: Gedanken als Medizin

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Wir können mit unserem Denken den Verlauf chronischer Erkrankungen verändern, das Demenz-Risiko senken und unsere Lebenserwartung steigern. Das aktuelle Buch Gedanken als Medizin von Hirnforscher Dr. Marcus Täuber zeigt, wie man vom Wissen über den Zusammenhang von Gehirn, Gedanken und Gesundheit profitiert. Täuber: „Es ist tatsächlich möglich, das Hirn in einen Heilmodus zu versetzen.“ Spannende Ergebnisse liefern der Einsatz von Meditationen und das Training mit inneren Bildern. „Hypnosetechniken und mentales Training können Allergien, Schmerzen und Migräne um durchschnittlich fünfzig Prozent lindern, aber auch Herzinfarkte verhindern und die Lebensqualität von Krebspatientinnen fördern.“


Dr. Markus Täuber (Foto: Weinwurm)

Über den Autor

Dr. Marcus Täuber ist promovierter Neurobiologe, Buchautor und Lehrbeauftragter an der Universität Wien sowie der Donau Universität Krems. Der Leiter des Instituts für mentale Erfolgsstrategien zeigt, wie wir mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung für Gesundheit, Leben
und Wirtschaft profitieren. Sein Motto: Brainchanging is gamechanging. 


Quellen 
1. Oettingen Gabriele & Wadden Thomas A, 1991, Expectation, Fantasy, and Weight Loss: Is the Impact of Positive Thinking Always Positive? Cognitive Therapy and Research, 15: 167–175.
2. Oettingen, G. (2012). Future thought and behaviour change. European Review of Social Psychology, 23, 1–63.
3. Täuber, Marcus; Obermaier, Pamela. Alles reine Kopfsache! 5 Phänomene aus der Hirnforschung, mit denen Sie alles schaffen, was Sie wollen. Wien/Berlin: Goldegg Verlag 2018.

 

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